Eignen sich „Chucks“ auch als Barfußschuhe?

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von

Fast jeder kennt die lässigen Turnschuhe der Firma Converse: Die All Stars – Chucks genannt. Chucks sind begehrter denn je, ihre Beliebtheit scheint seit Jahrzehnten unerschütterlich zu sein.

Dabei ist die Idee und die Konstruktion dieser Sneaker so einfach wie genial: ursprünglich als Basketballschuhe konstruiert bestehen sie „lediglich“ aus Leinen und einer dünnen Gummisohle.

Das heißt: Genauso wie Barfußschuhe kommen auch Chucks ohne Dämpfungen, Sprengungen und Stützelemente aus.

Warum also Chucks nicht als Barfußschuhe tragen? Auf die Idee könnte man tatsächlich kommen. Auch Bekannte erwiderten mir auf meine Erklärung, was Barfußschuhe eigentlich sind: „Da kann ich doch auch Chucks tragen“.

Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn Chucks fehlen zwei entscheidende Merkmale, um wirklich als Barfußschuhe durchzugehen. Welches das sind, erkläre ich in diesem Artikel.

Außerdem stelle ich Ihnen Barfußschuhe vor, die dem Design von Chucks (mehr oder weniger) nahe kommen. Wenn Sie direkt Barfußschuhe im Chucks-Style ansehen möchten, klicken Sie hier.

Warum Chucks aus meiner Sicht keine Barfußschuhe sind

Wenn man so will, kann man Chucks ohne weiteres als Minimalschuhe bezeichnen. Denn die Bauweise ist im Vergleich zu anderen Schuhen wirklich minimalistisch. Eine dezente Leinenschicht verbunden mit einer dünnen, einigermaßen flexiblen Sohle, die ohne Absätze auskommt, schaffen auf den ersten Blick eine gute Basis für ein natürliches Lauferlebnis.

Wer aber Chucks für einige Minuten trägt und unmittelbar danach in Barfußschuhe schlüpft (und dabei gezielt auf das Tragegefühl achtet), wird schnell den Unterschied zwischen Chucks und richtigen Barfußschuhen unmittelbar spüren.

Chucks sind zum Beispiel (wie die meisten „normalen“ Schuhe) vorne recht eng geschnitten, sie laufen sozusagen vorne Spitz zu – und entsprechen dadurch dem klassischen Schuhdesign. Wenn ich Chucks trage spüre ich durch den engen Schnitt deutlich, wie meine Zehen eingeengt werden und sich deshalb nach einigen Minuten anspannen.

Stichwort Zehenfreiheit

Im Vergleich dazu sind Barfußschuhe im Zehenbereich sehr weit geschnitten (Stichwort Zehenfreiheit). Meine Zehen können sich dadurch spürbar frei bewegen und die Laufbewegung so unterstützen und stabilisieren, wie es die Natur vorgesehen hat (eben wie beim Barfußlaufen).

Auch in Sachen Sohlenflexibilität können Chucks mit Barfußschuhen nicht mithalten. Die Sohle von Chucks kommt zwar nicht so steif daher, wie bei vielen anderen Schuhen, ein natürliches Abrollverhalten ermöglichen Sie meiner Meinung nach aber trotzdem nicht.

Was mir zudem aufgefallen ist: Für mein Empfinden waren die Sohlen der Converse-Sneaker früher wesentlich dünner und dadurch authentischer im Bodenkontakt. Heute scheint Converse auch bei Chucks auf ein gewisses Maß an Dämpfung zu setzen, was wiederum das natürliche Lauferlebnis schmälert.

Zusammenfassend lässt sich meiner Meinung nach also festhalten: Trotz der auf den ersten Blick minimalistischen Schuhdesigns sind Chucks keine Barfußschuhe. Dazu geben Sie den Füßen zu wenig Bewegungsfreiraum.

Weiterführende Informationen finden Sie übrigens in diesen Artikeln:

Barfuß-Sneaker als Alternative

Chucks gelten als lässig, eigenwillig, bequem und manchmal sogar als rebellisch. Es gibt mittlerweile auch viele Barfußschuhe, die in puncto Stil und Design diesen Attributen nahe kommen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Sole Runner: Eigenwillig, bequem, barfuß

Zu einer der empfehlenswertesten Marken unter den Barfußschuhen überhaupt zählt für mich Sole Runner. Ich mag vor allem das eigenwillige Design der meisten Schuhe, das sich deutlich von anderen Herstellern unterscheidet.

Wer einen lässigen Barfuß-Sneaker als Chuck-Alternative sucht ist meiner Meinung nach bei Sole Runner am besten aufgehoben. Ich selbst habe schon zwei Modelle von dem deutschen Hersteller getestet und bin mit der Qualität und dem Tragegefühl sehr zufrieden. Mehr Infos zu Sole Runner und meinen Testeindrücken gibt es hier.

Sole Runners sind einfach tolle Schuhe, die sich wie mehr wie eine zweite Haut anfühlen , so dünn, weich und bequem sind sie.

Aber Vorsicht: Die Sole Runners sind wirklich sehr spartanisch konstruiert. So ist die Sohle bei vielen Modellen gerade einmal 3mm dünn. Da spürt man den Boden unmittelbar, was für die Muskeln, Sehen und Bänder für die meisten sehr ungewohnt ist.

Deshalb mein Tipp: Gehen Sie es in den Sole Runners zu Beginn etwas langsam an.

Als Alternative zu den Chucks gefallen mir diese Modelle am besten:

Naiad Black

Der Naiad Black* gefällt mir optisch am besten unter den Barfußschuh-Sneakern.

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 19:46 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Die Sohle ist mit 6 mm etwas dicker als bei anderen Schuhen. Die dickere Sohle beansprucht die Füße nicht ganz so intensiv, weshalb der Naid vor allem für Einsteiger, die die Schuhe den ganzen Tag tragen möchte, ein guter Einstiegsschuh ist.

Der Schnitt der Schuhe wird von Sole Runner als weit angegeben. Das bedeutet, dass die Barfußschuhe oben herum nicht so eng sind, wie sie es von normalen Schuhen gewohnt sind. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, mit der Zeit gewöhnt man sich an das neue Tragegefühl. Wer allerdings sehr schmale Füße hat, für den sind die Schuhe meist nicht zu empfehlen, denn auch wenn ein gewisses Maß an Fußfreiheit gewünscht ist, sollen die Schuhe nicht „schlappen“.

Die Naiad-Modelle sind übrigens wie die meisten Modelle von Sole Runner unisex.

Nachteil: Mit einem Gewicht von knapp 240g bei Größe 41 gehört der Schuh nicht zu den leichtesten Barfußschuhen, bewegt sich aber immer noch im Rahmen.

Flash 2 Sneaker

Mit einer sehr dünnen Sohle von gerade mal 2,5mm kommt der Flash 2* Sneaker von Sole Runner aus. Den Flash 2 habe ich selbst getestet und kann bestätigen: Das ist Barfußfeeling pur.

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 20:16 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Der Schuhe legt sich mehr wie eine zweite Haute um den Fuß, als wie ein Schuh. Entsprechend intensiv geht man in dem Schuh auch „barfuß“. Außerdem fühlt sich der Schuh mit einem Gewicht von etwa 180g (Größe 44) angenehm leicht an.

Mehr Informationen finden Sie im Flash 2-Testbericht.

Sole Runner T1 Allrounder

Nicht nur Sole sondern auch Dauerrenner ist der T1 Allrounder* – eines der ersten Modelle. Ähnlich wie der Flash 2 zählt auch der Allrounder zu den absoluten Minimalisten unter den Sole Runners.

(Letzte Aktualisierung am 29.08.2018 um 01:47 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

In Zahlen heißt das: Sohle: 2,5 mm, Gewicht: 160 g bei Größe 41

Mit dem T1 erhalten Sie also einen minimalistischen Sneaker, den sich nicht nur für den Alltag sondern auch für sportliche Aktivitäten eignet. Denn das Mesh-Obermaterial ermöglicht auch bei schweißtreibenden Bewegungen ein angenehmes Fußklima.

Tipp: Der T1 Allrounder ist extraweit geschnitten. Menschen mit schmalen Füßen sollten sich eher nach anderen Sneakers umschauen.

Weitere Sneaker von Sole Runner

Wenn bisher noch nicht der richtige Sneaker für sie dabei war, können Sie sich auch im Amazon-Shop umschauen. Dort finden Sie noch viel mehr Modelle von Sole Runner, die sich als Alternative zu Chucks eignen. Hier eine kleine Auswahl:

Sole Runner FX Trainer 3, Unisex-Erwachsene Sneakers, Schwarz (Black/Red 05), 38 EU
Sole Runner FX Trainer 3, Unisex-Erwachsene Sneakers, Schwarz (Black/Red 05), 38 EU
2% Sole Runner Unisex-Erwachsene Flash 2 Desert Low-Top, Grün (Khaki), 40 EU
Sole Runner Pure MD, Unisex-Erwachsene Sneakers, Weiß (White 11), 45 EU
Sole Runner Omega 11713 Unisex-Erwachsene Schnürhalbschuhe, Beige (Beige/Red 18), EU 36
Sole Runner Namaka, Unisex-Erwachsene Sneakers, Schwarz (black 00), 41 EU

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 20:46 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Barfuß-Sneaker von Joe Nimble

Joe Nimble ist eine Marke, die aus meiner Sicht mehr als alle anderen Hersteller auf den Aspekt der Zehenfreiheit sehr viel Wert legen. Entsprechend breit sind die Schuhe vorne geschnitten.

Der FlexToes ist ein knöchelhoher Barfußschuh, hier aus weißem Leder
Der FlexToes von Joe Nimble (Bild Joe Nimble)

Zugegebenermaßen ist das breite Design im Vorfußbereich anfangs gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich aber an die Optik gewöhnt hat, bekommt man mit den NimbleToes Schuhe mit großartiger Qualität.

Wir sind sowohl in puncto Material als auch Tragegefühl von Joe Nimble Funktionsschuhen absolut begeistert.

Die Schuhe schmiegen sich toll an die Füße an, ohne zu drücken. Und vorne spürt man deutlich, wie die Zehen sich frei und unbekümmert bewegen können. Mehr zu Joe Nimble Barfußschuhen und unseren Testeindrücken gibt es hier.

Joe Nimble setzt dabei nicht ganz so extrem auf Minimalismus wie andere Hersteller, sondern hat im Blick, dass die meisten von uns das barfußähnliche Gehen nicht gewohnt sind. Entsprechend sind viele Schuhe so konstruiert, dass die Fußmuskeln zwar gefordert werden – ohne sie dabei aber gleich zu überfordern.

> Hier geht es zum Online-Shop von Joe Nimble*

Der FlexToes – die Sneaker Alternative zu Converse

In Sachen Chuck-Alternative gefällt mir persönlich am besten das Modell FlexToes*, ein halbhoher Schnürschuh, der in den Farben Schwarz, Weiß und Rot erhältlich ist (sowohl für Männer und Frauen).

Hoer der FlexToes von Joe Nimble in schwarz
Der FlexToes hier in schwarz: Sneaker mit Barfußgefühl (Bild: Joe Nimble)

Anders als Chucks besteht das Obermaterial aus Rindnappaleder, ein sehr feines Material mit hoher Elastizität. Die Sohle stammt von der Firma Vibram und ist 4 mm dünn. Zusätzlich erhält man eine 4mm dünne Einlegesohle aus Dämpfungsschaum, die einem – vor allem zu Beginn – den Einstieg ins natürliche Laufen erleichtern.

Übrigens: Die Konstruktion des FlexToes ist angelehnt an den NimbleToes*, ein Sportschuh, den wir ausführlich getestet haben – und der zu unseren Testsiegern gehört. Hier geht es zum NimbleToes-Testbericht.

> Den FlexToes bei Joe Nimble anschauen*

 

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