Xero Shoes – Barefoot aus USA

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von
  • Xero Shoes ist ein amerikanischer Spezialist für Barfußsandalen im Huarache-Stil, der mittlerweile auch klassische Barfußschuhe anbietet.
  • Die Barfußsandalen erhält man entweder mit einem modernen und leicht einstellbaren Schnürsystem oder zum Selbermachen in der sogenannten Do It Yourself-Variante
  • Die Marke ist im englischsprachigen Raum sehr bekannt. Das Feedback in Tests- und Erfahrungsberichten ist sehr positiv.
  • Preislich liegen Xero Shoes zwischen 30 und 90 Dollar.

Vorbild sind die Huarache Sandalen der Tarahumara

Xero Shoes* ist ein amerikanischer Hersteller, der bei der Umsetzung seiner Barfußschuhe ganz auf Minimalismus setzt. Kurz gesagt erfüllen Xero Schuhe nur einen einzigen Zweck: die Füße mithilfe der Sohle vor Verletzungen zu schützen. Darüber hinaus müssen und sollen die Schuhe nicht viel leisten, sondern im Gegenteil. Sie geben den Füßen so viel Bewegungsfreiheit, dass es sich ähnlich wie Barfußlaufen anfühlt.

Xero Shoes ist in erster Linie für seine Barfußsandalen bekannt, die nach dem Vorbild Huarache Sandalen gefertigt werden. Die Huarache Sandalen stammen von einem indigenen Volk aus dem Norden Mexikos, den Tarahumara, die in der Barfußschuhszene quasi Kultstatus genießen. Die Tarahumara sind dafür bekannt, ultra-Langestrecken (100 Kilometer und mehr) ohne Problem laufen zu können. Ihre Füße schützen sie lediglich mit einem Stück Autoreifen, dass sie mit Riemen an ihren Füßen befestigen – eine Konstruktion die als Huarache Sandale weltbekannt wurde.

Xero Shoes verkörpern eine Art moderne Huarache Sandale (wobei die Marke aufgrund der hohen Kundennachfrage mittlerweile auch „normale“ Schuhe anbietet). Denn genauso wie die Huarache Sandalen sind alle Xero Shoes  mit einer hauchdünnen (maximal 11 Millimeter) und flexiblen Sohle ausgestattet (die sog. FreeTrue®-Sohle). Darüber hinaus kommen die Schuhe ohne Sprengung aus und bieten im vorderen Bereich den Zehen ausreichend Bewegungsfreiheit.

Xero Shoes sind für Aktive

Gehalten werden die Füße durch ein spezielles Schnürsystem, welches die Schuhe am Fuß fixiert sodass sie beim Laufen nicht verrutschen. Das muss auch so sein, denn Xero Shoes sind nicht als Flipflop-Ersatz für heiße Sommertage gedacht.

Ganz im Gegenteil: Xero Shoes sind Barfußschuhe für Aktive. Dank ihres guten Halts und der griffigen sowie robusten Sohle eignen sie sich für alle möglichen Aktivitäten im Sport und Freizeitbereich. Glaubt man den zahlreichen positiven Feedbacks im Netz, kann man mit den Barfußschuhen problemlos laufen, joggen und wandern. Und dank des guten Grips bieten sie auch auf nassem Untergrund einen guten Halt.

Xero Shoes Modelle: Die Kollektion hat eine Geschichte

Die Erfolgsgeschichte von Xero begann im Jahr 2009. Zu dieser Zeit war Steven Sashen, einer der Gründer, noch ganz damit beschäftigt, ein Paar Barfußsandalen zum selber Basteln in seinem Bekanntenkreis zu verkaufen. Erst als ein Bekannter ihm riet, aus seiner Nebenbeschäftigung ein Geschäftsmodell zu machen, war dies sozusagen der Startschuss für den steilen Aufstieg.

Dieses erste Modell war kein fertiger Schuh, sondern eher eine Art Baukasten für eine Sandale zum selber bauen. Das Herzstück war (und ist) eine Sohle von Vibram, die man mithilfe einer Schnürung und einer Anleitung am Fuß festbindet. Das Modell findet man im Shop unter dem Namen Classic DIY with Vibram Soles* (DIY steht für Do  It Yourself).

FeelTrue-Sohle: Das Herzstück der Xero Shoes

Aufgrund des durchschlagenden Erfolgs wollte sich Xero nicht ausschließlich bei Vibram bedienen, sondern die Schuhe mit einer eigenen Sohle ausstatten.  Als Ergebnis ihrer Tüftelarbeit kam die sogenannte FeelTrue®-Sohle heraus.

Durchforstet man die Xero-Website spürt man deutlich, das Sashen und Co. von ihrer FeelTrue®-Sohle absolut überzeugt sind. Die Überzeugung reicht soweit, dass sie eine Art Langlebigkeits-Garantie abgeben, die sogenannte 5000 Miles Sole Warranty. Diese funktioniert vereinfacht gesagt wie folgt: Sobald die Sohle auf unter 1 Millimeter heruntergelaufen ist, erhält der Kunde 60 Prozent beim Kauf eines neuen Paares. Welche Rolle die 5000 Meilen genau spielen, wird allerdings nicht erläutert. Detaillierte Infos zur Sohlen-Garantie finden Sie hier: 5000 Miles Sole Warranty.

DIY FeelTrue Sandale

Die FeelTrue®-Sohle wurde quasi das neue Herzstück für die folgenden Modelle. Los ging es mit der DIY FeelTrue Sandale*, die man sich in wenigen Minuten selbst basteln kann. Wie intensiv das Barfußgefühl sein soll, kann der Käufer bei dieser Barfußsandale im klassischen Huarache-Stil mitbestimmen. Zur Auswahl stehen ihm eine 4 und eine 6 Millimeter dicke Sohle. Im Unterschied zu den modernen Sandalen von Xero Shoes (z-Trail und Z-Tek, siehe unten), braucht man bei dieser Sandale ein wenig Geduld, um sie zum einen selbst zusammenzubauen und zum anderen schnürtechnisch so einzustellen, dass sie fest am Fuß sitzt. Man erhält dazu aber eine Anleitung.

Z-Trail und Z-Trek: Barfußsandalen mit modernem Schnürsystem

Für Menschen, die eine fertige Sandale mit einem modernen Schnürsystem wünschen, hat Xero Shoes die Modelle Z-Trail und Z-Trek* entwickelt.

Das Schnürsystem lässt sich leicht und variabel verstellen, ähnlich wie bei Sandalen, die man aus dem Outdoor-Bereich kennt. Dank der Schnallen sitzt die Sandale fest am Fuß. Am Vorfuß führt eine Bindung über die Zehen (und nicht zwischen erstem und zweitem Zeh hindurch).

Man sieht den Z-Trail in der Modellansicht. Eine schwarze Barfuß-Sandale mit modernen Schnürriemen
Der Z-Trail ist mit einer 5,5 Millimeter dünnen und flexiblen Sohle ausgestattet und ist damit eine ideale Sandale für ein intensives Barfußgefühl.

Der zentrale Unterschied zwischen der Z-Trek und der Z-Trail-Sandale liegt in der Sohlendicke. Diese liegt bei der Z-Trek-Sandale* bei 5,5 Millimeter, während sie bei der Z-Trail-Sandale* 10 Millimeter beträgt.

Für welche Barfußsandale sie sich entscheiden, hängt von ihrem Bedürfnis ab. Verkürzt kann man sagen: Wer mehr Barfußgefühl sucht, sollte die Z-Trek-Sandale nehmen, wer mehr Schutz und Komfort möchte fährt mit der Z-Trail-Sandale besser.

Vor allem für Anfänger in Sachen Barfußschuhe ist die Z-Trail-Sandale wegen der etwas dickeren Sohle von Vorteil. Der Einstieg ins Laufen mit Barfußschuhen fordert Muskeln und Sehen der Füße und Beine erstmal heraus. Da schadet mehr Schutz zu Beginn durch eine dickere Sohle nicht. Und trotz der dickeren Sohle vermittelt das Modell Z-Trail ein intensives Barfußgefühl.

Cloud & Venture: Die moderne Xero Sandalen im Huarache-Style

Ein Kompromiss zwischen den modernen Z-Trail & Z-Trek und den Do It Yourself (DYI)-Sandalen bilden die Barfußsandalen Cloud* und Venture*. Deren Schnürung sieht ähnlich spartanisch aus wie bei der DIY-Variante, lässt sich aber ähnlich flexibel verstellemann wie bei den Z-Modellen. Mit 5,5 Millimetern (Venture) und 6 Millimetern (Cloud) Sohlendicke zählen sie genauso wie der Z-Trail zu den Minimalisten unter den Xero Shoes.

Prio, Hana und Lena: Die Barfußschuhe von Xero Shoes

Eines der erfolgreichsten Xero-Modelle: Der Prio. Foto: Xero Shoes

Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es seit einiger Zeit auch klassische Barfußschuhe von Xero zu kaufen. Die Barfußschuhe werden nach dem gleichen Prinzip wie die Sandalen gefertigt. Das heißt, sie sollen den Füßen ein Maximum an Bewegungsfreiheit ermöglichen. Die Schuhe bieten aber naturgemäß etwas mehr Schutz für die Füße, als Sandalen.

Als Sportschuh führen die Amerikaner den Prio* im Programm, für den Freizeitbereich entwickelten sie die Modelle Hana für den Mann* und Lena für Frauen*.

Xero Prio – Der Sportschuh-Bestseller

Der Prio ist mit einer 5,5 Millimeter dünnen Sohle ausgestattet und wiegt circa 250 Gramm. Sein Obermaterial ist atmungsaktiv und wasserabweisend, weshalb er sich in feuchter Umgebung gut schlägt. Der Prio war einer der ersten Barfußschuhe von Xero und zählt heute zu den Bestsellern.

Das Barfußgefühl ist sehr intensiv, trotzdem trägt er sich dank des weichen Obermaterials sehr bequem und komfortabel. Mehr Informationen über den Prio finden Sie im ausführlichen Prio-Testbericht.

Bei den Modellen Hana (Männer) und Lena (Damen) liegt der Fokus klar auf den Freizeit-Look gerichtet. Das stoffartige Obermaterial gibt den Schuhen eine legeren Style, weshalb sich die Schuhe zum Beispiel auch als Ausgehschuhe eignen.

Hana und Lena kommen einfach lockerer rüber als der Prio, der optisch ganz klar dem Sportschuh-Look nachempfunden ist.

Test & Erfahrungsberichte

Xero Shoes* ist eine Marke, die vor allem im englischsprachigen Raum bekannt und beliebt ist. Entsprechend zahlreich schildern Käuferinnen und Käufer von ihren Erfahrungen auf Youtube oder in Blogs. Zusammenfassend  lässt sich sagen, dass die positiven Aussagen deutlich überwiegen und die Kunden in hohem Maße zufrieden sind mit den Schuhen von Xero. Im Folgenden ein Überblick über die häufigsten Rückmeldungen:

  • Gelobt wird in erster Linie das tolle Barfußgefühl bei gleichzeitig hohem Schutz vor Verletzungen.
  • Viele Käufer berichten begeistert davon, dass sich die Xeros so leicht anfühlen.
  • Die Meisten berichten von einem festen Halt in den Schuhen. Egal ob beim Laufen oder Wandern: Das Schnürsystem sorgt dafür, dass die Schuhe fest am Fuß sitzen.
  • Die Schnürung lässt sich bei den Z-Modellen leichter einstellen, als bei den Do It Yourself-Modellen. Sie trägt sich angenehm und schneidet nicht in den Fuß. Nur wenige User berichten von Reibestellen an den Füßen, die sich aber mit der Zeit gelegt hätten.
  • Xero Shoes lassen sich platzsparend im Gepäck verstauen und eignen sich wunderbar als Reiseschuh
  • Xero Schuhe eignen sich laut Kundenmeinung sowohl zum Spazieren und Wandern sowie zum Laufen und Joggen
  • Viele Käufer bewerten die breite Farbauswahl positiv
  • Die Gummisohle sorgt für einen guten Grip, auch bei Nässe

Update

Mittlerweile habe ich die Xero Shoes selbst testen dürfen, genauer gesagt den Prio-Barfußschuh. Mein Urteil: Ich kann die meisten Rückmeldung bestätigen. Das Barfußgefühl ist wirklich intensiv. Das Material wirkt hochwertig und gut verarbeitet. Sehr positiv gefällt mir persönlich der hohe Tragekomfort. Die Schuhe fühlen sich sehr weich und bequem an.

Ich trage den Prio vor allem für sportliche Aktivitäten sehr gerne, ziehe ihn aber auch in der Freizeit an. Optisch gefällt er mir persönlich sehr gut (meine Partnerin ist hingegen weniger begeistert). Den ausführlichen Testbericht zum Prio können Sie hier lesen!

Einen sehr guten Testbericht von Strawberry Elli kann man sich  übrigens bei Youtube anschauen:

Weitere empfehlenswerte Testberichte finden Sie hier:

Xero Shoes kaufen

In Deutschland gibt es derzeit keinen direkten Vertrieb von Xero Shoes. Folglich muss man die Schuhe über die Internetseite xeroshoes.com* bestellen. Der Versand erfolgt aus den USA. Das hat den Vorteil, dass Xeros Shoes – was den reinen Kaufpreis betrifft – dank des derzeit niedrigen Dollarkurses günstig zu haben sind.

Tiefer muss man allerdings bei den Versandkosten in die Tasche greifen. Die Kosten für einen DHL-Versand liegen bei circa 13 Euro. Dazu kommen noch Zollgebühren. Bei meiner Bestellung des Xero Prio (ca. 90 Dollar) lagen die Zollgebühren bei etwa 14 Euro.

Alternative Modelle

Luna Sandals ist ein Hersteller, der eine ähnliche Philosophie vertritt wie Xero Shoes. Der Barfußsandalen-Spezialist aus Seattle ist aufgrund seines Firmengründers (Barefoot Ted) eine Art Kultmarke in der Szene. Ähnlich wie Xero hat sich Luna Sandals darauf spezialisiert, Barfußsandalen nach dem Vorbild der Huarache-Sandalen herzustellen.  Lunas werden in Handarbeit hergestellt, weshalb sie teurer sind als Barfußsandalen von Xero.

Eine weitere Alternative ist die Roll up-Sandale von Lizard*. Sie ist am ehesten mit den klassischen Do It Yourself-Sandalen von Lizard zu vergleichen. Denn das Schnürsystem ist ähnlich spartanisch. Im Vergleich zu den Z-Modellen von Xero sind beim Modell Roll up einige Handgriffe mehr nötig, um die Bindung individuell einzustellen. Preislich liegt die Lizard-Sandale bei circa 35 Euro.


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