Free your Feet (FYF-Socks): Zehensocken als Schuhersatz

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von
Man sieht einen Sandboden. Jemand hat die Free Your Feet Socken an und läuft damit über den Sand.
Mit den Free Your Feet Barfußscoken der Barefoot Company sid die Füße dank eines sehr robusten Materials vor Verletzungen gut geschützt. Foto: Barefoot Company

Barfußschuhe galten bislang als ultimatives Mittel, dem Gefühl des Barfußlaufens bei gleichzeitigem Schutz vor Verletzungen so nahe wie möglich zu kommen. Mit der Barfußsocke Free Your Feet (FYF-Socks) bricht nun ein neues Zeitalter an.

Denn die Hightech-Socke ist so strapazierfähig, dass sie ohne weiteres als Schuhersatz taugt. Ihre Robustheit verdankt sie einem Material, das normalerweise für schusssichere Westen verwendet wird.

Dyneema – Die FYF-Wunderfaser

Dyneema heißt dieses Wundermaterial. Es gilt laut Hersteller als die stärkste Faser der Welt. Sie soll sogar fünfzehn Mal stärker als Stahl sein.

Deshalb wird Dyneema nicht nur in schusssicheren Westen verarbeitet, sondern ebenso in der Flugzeugindustrie und sogar bei der Herstellung von Seilbahnen verwendet.

Bei den Free Your Feet-Socken soll Dyneema verhindern, dass sich die Füße an Glasscherben und scharfe Felskanten verletzen. Der Vorteil an diesem Konzept: Da es sich um eine Socke handelt, können sich die Füße wie beim Barfußlaufen so frei und unbekümmert bewegen wie in fast keiner anderen Fußbekleidung.


Skinners Socks - Socke und Schuh in einem

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Skinners sind Socken, die dank eines speziellen Materials so robust sind, dass man sie wie Schuhe tragen kann. mehr …


Dank dieser „Freiheit für die Füße“ kommt man in den Genuss der vielen gesundheitlichen Vorteile des Barfußlaufens – und ist trotzdem geschützt. Barfußlaufen mit einem Rundum- sorglos-Paket also?

Ja, mit einer Einschränkung: Wie viele Schuhe schützen auch die Barfußsocken der Swiss Barefoot Company nur begrenzt vor rostigen Nägeln und sonstigen spitzen Gegenständen, die auf dem Boden lauern.

Barefoot Company – das erfolgreiche Start-up

Das barfuß-ohne-Angst-Konzept findet bei Investoren und Anlegern große Anerkennung. Ursprünglich wollte die Barefoot Company 10.000 Dollar über die Crowdfunding-Plattform kickstarter.com als Startkapital einsammeln. Am Ende kamen mehr als 200.000 Dollar zusammen.

Free Your Feet auf ein Blick

  • Hersteller: Barefoot Company
  • Material: 46,5 % Dyneema
  • FYFs-Vorteil: Sehr guter Schutz vor Verletzungen
  • Preis: 80 Dollar
  • Modelle: High Peak (knöchelhoch) & Low Tide
  • Erhältlich bei: www.getfyf.com

Gründer des Unternehmens ist übrigens der Arzt Dieter Hesch. Hesch entwickelte den ersten Prototyp, nachdem er ihm vor einigen Jahren eine Schnittverletzung beim Kitesurfen den Urlaub verdorben hatte. Mittlerweile arbeitet Hesch im Hintergrund und kümmert sich um die Entwicklung und Herstellung.

Das operative Geschäft liegt in den Händen des Lizenznehmers Phillip Bachinger, der die Geschäfte von Dresden aus führt.

Und Bachinger hat wohl viel zu tun. Denn die Lieferzeit für die Free Your Feet-Socken liegt derzeit zwischen 12 und 14 Wochen. Mit anderen Worten: Die Barefoot Company kommt mit Bestellungen nicht hinterher. Wer die Socken kaufen möchte, muss sich in einer lange Schlange anstellen.

Die Käufer berichten überwiegend positiv

Zumindest scheint sich das Schlangestehen für die Free Your Feet-Socken zu lohnen. Denn viele Käufer berichten überwiegend positiv über die Super-Socken. So schreibt Dave Rees in seinem Testbericht als abschließendes Urteil:

„Overall, I really like the FYF (#FreeYourFeet) high-tech toed footwear. The Swiss Barefoot Company has done an excellent job creating some impressive minimalistic socks, designed to survive all-types of workouts.“

Manch einer fragt sich vielleicht, ob ein Härter-als-Stahl-Material nicht wie Eisen an den Füßen klumpt. Das scheint nicht der Fall zu sein. Mit dem wohlig weichen Gefühl von flauschigen  Baumwollsocken können die FYF-Socks zwar nicht mithalten. Trotzdem – so berichten Nutzer – fühlen sie sich überraschend weich an.

Und hier weitere Rückmeldung zu den Super-Socken:

  • Bei Feuchtigkeit werden die Füße zwar nass, das Material saugt sich aber nicht so voll, wie bei „normalen“ Socken. Deshalb eignen sie sich sehr gut für Wassersportarten
  • Das Material ist insgesamt fest und dehnt sich nur wenig aus. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf auf die richtige Größe zu achten (s. FYF-Größentabelle)
  • Dank vieler kleiner Gummi-Noppen (sog. Grip Dots) hat man in den FYF’s einen sehr guten Halt, auch auf glatten Böden
  • Die Socken sind atmungsaktiv, Schweißfüße sind kein Thema
  • Nachteil: Bei den Free Your Feet-Socken handelt es sich um Zehensocken. Jeden einzelnen Zeh in eine eigene Box zu stecken, braucht anfangs etwas Gewöhnung & Zeit

Eignung: Für Apshalt nur bedingt geeignet

An seine Grenzen stoßen die Hightech-Socken beim Laufen auf Asphalt. Denn obwohl Dyneema fünfzehn Mal härter als Stahl ist, kann es den Reibungskräften auf der Straße nur begrenzt standhalten.

Fotos: Barefoot Company

French Bloke Run schreibt dazu: „You should not use them on the road. My pair started having tiny holes after only 30 km.“

Daraus folgt: Trotz der „härtesten Faser der Welt“ ist die Free Your Feet-Socke nicht vor Abreibung gefeit. Die Barefoot Company geht ganz offen damit um und schreibt dazu in ihren Haftungsbedingungen: „FYFs are not suitable for tarmac roads …“.   Man sollte die FYFs also nicht auf Asphalt tragen.

Für alle anderen Outdoor-Aktivitäten, die auf natürlichen Untergründen im oder außerhalb des Wassers stattfinden, eignen sich die FYFs laut Hersteller hervorragend. Für echte Naturliebhaber sind die Super-Socken folglich eine echte Alternative.

Egal ob beim Wandern, Joggen, Surfen, Kiten, Slacklinen, Baden, Tauchen oder Tanzen: In den Free Your Feet-Socken können Sie das Barfußgefühl ohne Angst erleben.

Allerdings sollten Sie die Grenzen in Sachen Verletzungsschutz nicht zu sehr ausloten. Denn wie bereits erwähnt: Vor Stichverletzungen schützen FYFs nicht.

Genauso wenig wie vor messerscharfen Kanten. Eine normale Felskante dürfte zwar kein Problem sein, eine scharfkantige Muschel oder Koralle kann im ungünstigsten Fall zu Verletzungen führen.

Modelle, Preise und Passform

Derzeit gibt es die FYFs in zwei verschiedenen Ausführungen:

  • Die High Peak reicht bis über den Knöchel und ist mit der Schweizer Fahne ausgestattet
  • Die Low Tide ist sozusagen die Sneaker-Version, schlichter im Design und kommt ohne Schweizer Fahne aus

Der Preis liegt derzeit bei 80 Dollar. Kaufen kann man die Schuhe über die Internetseite der Barefoot Company.

Die richtige Größe finden Sie heraus, indem Sie ihre Füße vermessen, indem Sie sich zum Beispiel mit der Ferse an der Wand auf ein Blatt Papier stellen. Dann zeichnen Sie ihre Zehen ab und messen den Abstand vom Rand des Blattes zur weitesten Stelle an den Zehen. Mit dieser Millimeter-Angabe können Sie die genaue Größe unter der folgenden FYF-Größentabelle ablesen.

Kaufen kann man die Free Your Feet-Socken derzeit auf der Website: www.getfyf.com

Skinners und Leguano – Die Alternativen zu den FYF-Socks

Skinners Socks - Socke und Schuh in einem
Skinners Socks

Eine sozusagen gefühlsechte Alternative zu den FYF-Socks sind die Socken von Skinners. Skinners Socks funktionieren nach dem gleichen Prinzip:

Das spezielle High-Tech-Material der Socke (sog. schwedisches Polymer) ist so robust, dass man den Strumpf wie Schuhe tragen kann.

Skinners Socks haben ähnlich gute Zufriedenheitswerte wie die FYF-Socks. Vor allem für Menschen, die nicht auf Zehenschuhe beziehungsweise Zehensocken stehen, sind die Skinners daher eine echte Alternative.

Außerdem sind sie mit knapp 50 Euro wesentlich günstiger als die FYF-Socks.

Ausführliche Infos zu den Skinners Socks finden Sie hier. Kaufen können Sie Skinner im Shop von GoFreeConcepts*.

Leguano Sockenschuhe

Eine weitere Alternative sind die Sockenschuhe von Leguano. Die Leguanos sind nicht ganz so minimalistisch und vermitteln trotzdem ein intensives Barfußgefühl.

Der Unterschied zu den FYFs und Skinners liegt in der Sohle. Sie besteht aus einer Art Hartgummi, ist sehr robust und wirkt wie eine normale Schuhsohle. Trotzallem ist sie so flexibel und dünn, dass die Füße sich barfußähnlich bewegen könnne.

Die Leguanos sind zu recht sehr beliebt und liegen preislich bei ca. 80 Euro. Ausführliche Informationen zu den Leguano-Schuhen finden Sie übrigens hier: Leguano Barfußschuhe im Überblick.

(Letzte Aktualisierung am 10.12.2019 um 00:56 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

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