Big Five – An diesen 5 Merkmalen erkennen Sie einen Barfußschuh

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von

Woran erkennt man eigentlich einen Barfußschuh? Eine Frage, die mir immer wieder Freunde und Bekannte stellen, sobald wir auf das Thema zu sprechen kommen.

Barfußschuhe verfügen über eine dünne und flexible Sohle, die sich in alle Richtungen verdrehen lässt.
Eins von den fünf Merkmalen eines Barfußschuhs: Eine ultraflexible & dünne Sohle |  Foto: barfuß-schuhe.net

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die meisten Barfußschuhe mittlerweile nur noch wenig von herkömmlichen Schuhen.

Die meisten Hersteller haben einfach verstanden, dass viele Menschen Barfußschuhe wie ganz normale Schuhe tragen möchten, ohne dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen – nach dem Motto: „Was hast Du denn für Schuhe an?“.

Erst bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass Barfußschuhe mit den Schuhen wie wir sie kennen, nicht viel gemein haben. Doch welche Merkmale zeichnen einen originalen Barfußschuh nun genau aus?

Die 5 Erkennungsmerkmale eines Barfußschuhs im Überblick

Zusammengefasst kann man sagen, dass Barfußschuhe sich durch folgende 5 Merkmale von normalen Schuhen unterscheiden:

  • Flexible und dünne Sohle
  • Weiter Schnitt im Vorfußbereich (Stichwort Zehenfreiheit)
  • Nullabsatz bzw. Null-Sprengung
  • Sehr geringes Gewicht
  • Flexibles und elastisches Obermaterial

Was es mit den einzelnen Kriterien auf sich hat, erkläre ich Ihnen natürlich auch.

Flexible und dünne Sohle

Das Herzstück eines Barfußschuhs ist die Sohle. Sie sollte zwei entscheidende Kriterien erfüllen:

  • Die Sohle sollte so flexibel sein, dass sie leicht in alle möglichen Richtungen zu verdrehen ist.
  • Die Sohle sollte sehr dünn sein, sodass man den Untergrund intensiv spürt. Konkret heißt das: Die Sohlendicke sollte nicht mehr als 10 Millimeter betragen.

Äußerst flexibel sollte die Sohle eines Barfußschuhs deshalb sein, damit sich der Schuh das natürlich Abrollverhalten so wenig wie möglich beeinflusst. Mit anderen Worten: Der Fuß soll sich trotz Schuh fast genauso Verhalten können, als hätte man gar keine Schuhe an – als wäre man also „barfuß“ unterwegs. Erst dann ist es ein originaler Barfußschuh.

Der Vorteil: Muskeln, Sehnen und Bänder werden so gefordert als sei man barfuß unterwegs. Sie bleiben also kräftig und können weiterhin die Aufgabe übernehmen, für die sie geschaffen wurden: Die Laufbewegung ganz natürlich (und ohne Hilfe durch steife und feste Sohlen) abzufedern und zu steuern.Äußerst dünn sollte die Sohle sein, damit die sensiblen Rezeptoren in den Füßen noch viel vom Untergrund mitbekommen – und damit sensibel bleiben. Das tun sie nämlich in den dicken Sohlen herkömmlicher Sohlen in der Regel nicht.

Damit die sogenannte Sensomotorik – also das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven – aber reibungslos funktioniert, braucht feinfühlige Rezeptoren, die unserem Nervenzentrum viele Informationen senden.

Erst wenn das Nervenzentrum ausreichend Informationen darüber erhält, ob der Boden gerade flach oder uneben ist, sich spitz oder weich, warm oder kalt anfühlt kann es unsere gesamte Motorik optimal steuern.


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Zehenfreiheit

Barfußschuhe sind im vorderen Bereich so geschnitten, dass die Zehen sich so frei und ungehemmt wie möglich bewegen können.

Der Grund: Die Zehen übernehmen beim Laufen eine zentrale Rolle. Zum Beispiel beim Auftreten: Um die entstehenden Kräfte während eines Aufpralls abzufedern, spreizen sich die Zehen auseinander und schaffen damit eine größere „Auffangfläche“.

Barfußschuhe sind im vorderen Bereich weit geschnitten, wie hier im Vergleich zu einem Converse-Schuh gut zu sehen ist.
Links sehen Sie den Merrell Vapor Glove, rechts ein Chuck von Converse. Gute zu sehen ist, dass der Converse-Schuh vorne spitz zuläuft. Der Merrell-Schuh ist hingegen im Zehenbereich weiter geschnitten und ermöglicht den Zehen mehr Bewegungsfreiraum.

Die meisten herkömmlichen Schuhe laufen vorne mehr oder weniger spitz zu. Bei einer solchen Konstruktion werden die Zehen eingeengt und in der Folge sozusagen kalt gestellt. Barfußschuhe geben Zehen hingegen den Freiraum, den sie brauchen, um ihre natürliche Funktion auszuführen: die Laufbewegung zu stützten und zu unterstürzen.

Nullabsatz

Echte Barfußschuhe sind so konstruiert, dass sie ohne Absätze und Dämpfungselemente auskommen. Ferse und Vorfuß befinden sich folglich auf einer Höhe befinden. Oder anders gesagt: Die sogenannte Sprengung, also der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß liegt bei null.

Der Vorteil: Wie beim Barfußlaufen auf ermöglicht und fördert die Nullsprengung das Gehen und Laufen über den Fußballen, ein Laufstil den Experten als Vorfußtechnik oder Ballengang bezeichnen. Die Vorfußtechnik ist nachweislich der Laufstil mit dem geringsten Verletzungsrisiko. Mehr hierzu lesen Sie im Artikel Barfußschuhe Studien.


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Leichtgewicht

Barfußschuhe fühlen sich im Vergleich zu herkömmlichen Schuhen federleicht an.  Die meisten Minimalschuhe wiegen nicht mehr als 100 bis 250 Gramm.

Zum Vergleich: Normale Straßenschuhe wiegen im Schnitt zwischen 400 und 600 Gramm, also teilweise das Dreifache.

Aber warum sind leichte Schuhe besser als schwere? Wegen der Hebelwirkung der Schuhe. Denn je höher das Gewicht der Schuhe, umso mehr verändert sich auch die Hebelwirkung beim Laufen. Mit schweren Schuhen schwingen die Beine viel weiter nach vorne, als es beim natürlichen Laufstil der Fall ist.

Flexibles und elastisches Obermaterial

Das Obermaterial eines Barfußschuhs ist in der Regel sehr elastisch und schmiegt sich ganz individuell an den Fuß an.

Der Fuß hat dadurch viel Bewegungsspielraum, vor allem die Zehen können ihr Bewegungsrepertoire voll ausspielen und sich ganz natürlich bewegen – siehe Stichpunkt Zehenfreiheit.

Fazit

Zusammenfassend gilt für Barfußschuhe die Regel: Je weniger mehr Material, umso besser. Erst wenn der Schuh leicht ist, über eine dünne und flexible Sohle verfügt sowie im Vorfußbereich weit geschnitten ist, handelt es sich um einen echten und originalen Barfußschuh.

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