Leguano Barfußsocken im Test

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von

Leguano zählt mittlerweile zu den bekanntesten und gleichzeitig beliebtesten Herstellern von Barfußschuhen. Eine der ersten Barfußschuhe im Portfolio des deutschen Herstellers ist eine Art Symbiose aus Socke und Schuh – der Leguano Classic. Diesen Sockenschuh (synonym auch als Barfuß-Socke bezeichnet) gibt es mittlerweile in verschiedenen optischen Ausführungen.

Man sieht jemanden auf Holzpaletten steht, der die Leguano-Barfußschuhe in blau anhat
Die Leguano Barfußsocken im Test: Hier das Modell Sneaker

Ich trage den Sockenschuh seit einem halbem Jahr. Seither habe ich ihn bei allen möglichen Anlässen getragen, ich bin mit ihm gejoggt, gewandert und habe Städte damit erkundet. Außerdem trug ich ihn im Fitnessstudio, beim Yoga und habe ihn sogar zum Kajakfahren angezogen. Was der Leguano* taugt und bei welchen Aktivitäten er wie abschnitt, das erfahrt ihr hier.

Produktmerkmale

Zunächst möchte ich die Barfuß-Socke näher beschreiben. Wie erwähnt, ist der klassische Leguano ein Bund aus Socke und Schuh. Das heißt: Das Obermaterial besteht aus einem Stretchgewebe, das sockengleich elastisch und flexibel ist. Es stammt von der Firma Kunert, einem Spezialist für Socken.
Die Sohle ist aus einem schadstofffreien PVC-Material mit dem Namen LIFOLIT®. Die Sohle bildet sozusagen das Herzstück. Sie ist spürbar dünn und flexibel und soll ein unmittelbares Barfußgefühl vermitteln wobei sie die Füße gleichzeitig effektiv vor Verletzungen schützt. Die Unterseite der Sohle wird durch viele kleine Noppen segmentiert, die einen festen Tritt selbst auf rutschigen Böden gewährleisten soll.

Die Barfuß-Socke ist in verschiedene Ausführungen erhältlich. Konkret:

Die Modelle unterscheiden sich lediglich im Design. Für den Test habe ich mir den Leguano Primera* ausgesucht, weil er mich optisch am meisten anspricht.

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 21:48 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Der Leguano vermittelt ein tolles Barfußgefühl

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin vom Leguano-Sockenschuh sehr angetan. Er vermittelt ein tolles Barfußgefühl. Egal auf welchen Untergründen ich unterwegs war: Dank der dünnen und flexiblen Sohle spüren die Füße feinste Unebenheiten. Die Flexibilität der Sohle leistet ihr Übriges. Sie lässt jede Bewegung zu, die Zehen und Füße können sich frei bewegen wie beim Barfußlaufen.

Leguano Barfuß-Socke auf einen Blick

  • Kategorie: Barfuß-Socke/Sockenschuh
  • Modelle: Classic, Primera, Sneaker & Ballerina
  • Material: Sohle LIFOLIT®, Obermaterial Stretchstrumpf von Kunert
  • Gewicht: 160 g pro Schuh
  • Preis: ca. 79,00 Euro
  • Hygiene: Waschmaschinen-tauglich
  • Eignung: Freizeit & Sport
  • Erhältlich bei…Amazon*

Das Fehlen jeglicher Dämpfung macht sich natürlich beim Gehen und Laufen bemerkbar. Der Aufprall – gerade auf Asphalt – fühlt sich härter an als in normalen Schuhen. Trotzdessen hat sich das Laufen in der Barfuß-Socke immer bequem angefühlt. Und darin unterscheiden sich die Leguanos meiner Ansicht nach von vielen anderen Barfußschuhen. Denn mein Eindruck ist: Die vielen kleinen Noppen schaffen etwas, was viele anderen Barfußschuhen fehlt: Sie lassen ein tolles Barfußgefühl zu und bieten trotzdem ein bequemes Gefühl beim Laufen.

Ergo: Trotz minimalistischer Bauweise ist das Tragegefühl weich und angenehm.

Darüber hinaus verleitet der Leguano (wie alle Barfußschuhe) zum Aufsetzen und Abrollen über den Vorfuß. Mit anderen Worten: Der Schuh provoziert den Vorfußlauf, den Experten als die gesündeste und gleichzeitig effektivste Technik ansehen.

Das Material ist robust und langlebig

In puncto Haltbarkeit habe ich nach einem halben Jahr nichts zu beanstanden. Die Sohle weist trotz intensiven Gebrauchs keine unüblichen Gebrauchsspuren auf.

Skepsis begleitete mich während der Testphase bezüglich des Stretchmaterials. Ich ging zu Beginn davon aus, dass sich das Material mit der Zeit weitet (wie bei Socken den meisten Socken üblich). Aber meine Skepsis hat sich bislang nicht bestätigt. Das Material zieht sich im Prinzip genauso zusammen, wie beim ersten Mal.

Eignung: Der Leguano ist ein wirklicher Allrounder

Wie erwähnt habe ich den Leguano bei allen möglichen Aktivitäten getragen. Aus meiner Sicht lässt sich zusammenfassend sagen: Der Sockenschuh ist ein Allrounder und vermittelt sowohl beim Sport als auch in der Freizeit tolle Barfußerlebnisse. Hier meine Erfahrungen im Einzelnen:

  • Joggen und Laufen: Grundsätzlich ist das Joggen im Leguano in Ordnung. Der Sockenschuh wird jedoch nicht mein Barfußlaufschuh der ersten Wahl. Der Tritt ist zwar fest und die Sohle bietet einen guten Halt. Bei schnellen Bewegungen, in Kurven oder an steilen Hängen rutschen die Füße in der Barfuß-Socke aber ein klein wenig.
  • Wandern und spazieren: Leichte Wanderungen und Spaziergänge sind mit Leguano kein Problem. Für schwieriges Gelände – zum Beispiel in den Bergen – würde ich ihn als Barfuß-Wanderschuh nicht empfehlen. Dazu ist die Trittsicherheit aus meiner Sicht zu gering. Der Vorteil: Der Schuh ist waschbar. Dreck und Schmutz lassen sich nach einer Wanderung leicht entfernen. Der Nachteil: Die Socke ist nicht wasserdicht. Nasse Wege bedingen Nasse Füße, was bei einer längeren Wanderung unangenehm ist.
  • Gymnastik, Yoga und Pilates: Für sanfte Bewegungsformen wie Yoga oder Pilates kann ich die Barfuß-Socke bedenkenlos empfehlen. Der gute Grip hilft wunderbar, einen sicheren Stand selbst bei komplexen Yogaübungen zu gewährleisten und trotzdem barfuß zu üben. Außerdem sind Schweißfüße kein Thema, ebenfalls ein  Pluspunkt hinsichtlich eines sicheren Stands.
  • Fitnessstudio: Im Fitnessstudio kommt es darauf an, für welche Trainingsform man den Schuh verwendet. Für Trainingsformen mit schnellen und abrupten Bewegungen würde ich den Leguano aufgrund der bereits erwähnten, minimalen Instabilität nicht benutzen. Hier fühlen sich Schnürschuhe sicherer an. Für Halteübungen beim Krafttraining ist der Sockenschuh hingegen optimal.
  • Reiseschuh: Als Reiseschuh hat sich die Barfuß-Socke von Leguano bewährt.  Als Zweitschuh lässt er sich platzsparend im Gepäck verstauen. Für eine Stadtbesichtigung sind indes trainierte Fuß- und Beinmuskeln gefragt. Das ständige Gehen auf Asphalt belastet die Muskeln, Sehnen und Bänder sehr und ist nur geübten Barfußläufern zu empfehlen.

(Letzte Aktualisierung am 22.12.2018 um 15:16 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bei Regen und Kälte stößt der Leguano an seine Grenzen

Es liegt in der Natur der Sache, dass das Sockenprinzip an seine Grenzen stößt, sobald die Temperaturen fallen oder Regen das Wetter bestimmt. Denn der Leguano ist weder wasserdicht, noch isoliert er gegen Kälte. Das heißt: Im Winter werden die Füße meiner Erfahrung nach nass und kalt.

Selbst die körpereigene Heizung, welche durch die verstärkte Muskelarbeit in den Füßen angeregt wird, kann die Winterkälte nur bedingt ausgleichen. Aus diesem Grund habe ich den Leguano im Herbst und Winter nur getragen, sobald die Sonne schien. Bei nasskaltem Wetter bereitete mir das Gehen in den Barfuß-Socken wenig Freude.

Der Leguano ist ein wahrer Hingucker

Fakt ist: Egal wo man mit dem Leguano unterwegs ist, verstohlene Blicke sind garantiert. Häufig sprechen die Mitmenschen einen geradezu auf die exotische Fußbekleidung an. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass Menschen in einem Schuh durch die Straßen ziehen, der auf den ersten Blick wie eine Socke aussieht.

Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Die Barfuß-Socke ist eine Art Türöffner für den Beginn eines Gesprächs, zum Beispiel im Café (ist dem Autor des Öfteren passiert). Der Nachteil: Sobald einem mehr nach Ruhe ist, nerven die Blicke und Kommentare zeitweise.

Größe und Passform

Meine Schuhgröße liegt zwischen 43 und 44. Da viele Käufer rückmelden, der Leguano würde tendenziell kleiner ausfallen, entschied ich mich für die Größe 44/45, was bei Leguano dem Maß XL entspricht.

Grundsätzlich passt die Größe gut zu meiner Fußlänge. Jedoch fühlt sich der Leguano einen Tick zu groß an (was das Tragegefühl aber nicht beeinflusst). Deshalb werde ich beim nächsten Kauf die Größe L (42/43) wählen.

Leguano Größentabelle (Quelle: Leguano)

Zusammenfassend lautet meine Empfehlung hinsichtlich der Größe: Wer eine Zwischengröße hat, sollte sich für die kleinere Variante entscheiden. Alle anderen können sich an der Größentabelle von Leguano orientieren.

Fazit: Der Leguano hat im Test überzeugt

Die Barfuß-Socke von Leguano hat im Test als Allrounder für den Alltag überzeugt. Die Symbiose aus Schuh und Socke gibt dem Fuß viel Bewegungsfreiheit. Der Kontakt zum Boden ist unmittelbar, sodass die Füße kleinste Unebenheiten wahrnehmen. Gleichzeitig schützt die robuste Sohle effektiv vor Verletzungen. Das Barfußgefühl ist insgesamt authentisch, gleichzeitig fühlt sich das gehen trotzdem bequem an.

Der Barfußschuh eignet sich für vielfältige Alltagsaktivitäten. Ferner leistet er bei sportlichen Strapazen wie zum Beispiel Yoga, Pilates oder Gymnastik gute Dienste. An seine Grenzen stößt er aus Sicht des Autors bei Bewegungen mit schnellen und abrupten Richtungswechseln (z.B. kurzen Sprints). Bei solchen Belastungen rutscht der Fuß minimal hin und her.

Der Preis von 79 Euro fühlt sich auf den ersten Blick zu viel an. Die sehr gute Qualität, die hohen Produkstandards (z.B. Produktion in Deutschland) sowie die gute Haltbarkeit rechtfertigen den hohen Preis aber aus meiner Sicht.

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 21:26 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Alternative Modelle

Wer in den Genuß des Leguano-Feelings kommen möchte aber nicht auf den Socken-Look steht, der findet im Leguano aktiv* eine sehr gute Alternative. Der Aktiv ist ein Schnürschuh, den es in unterschiedlichen Farben gibt. Mehr lesen Sie hier: Der Leguano aktiv im Test

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Leguano Primera (gilt auch für Classic & Sneaker)

9.1

Barfußgefühl

9.5/10

Tragekomfort

10.0/10

Material

9.0/10

Verarbeitung

9.0/10

Preis-Leistung

8.0/10

Vorteile

  • tolles Barfußgefühl
  • qualitativ hochwertiges Material
  • in der Waschmaschine waschbar
  • eignet sich für vielfältige Aktivitäten
  • sehr guter Grip

Nachteile

  • für sportliche Aktivitäten mit schnellen Bewegungen nur bedingt geeignet
  • nicht wasserdicht
  • kein Schuh für kalte Jahreszeiten