Ballop im Test: Der Spider V2

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von

Der Ballop Spider V2 zählt unter den Bestsellern von Ballop zu den Top-Modellen. Ich wollte im Test herausfinden, ob das nur am vergleichsweise geringen Preis liegt oder ob der Schuh mit den teureren Marken mithalten kann.

Schon bei der Ansicht der Bilder im Internet fiel mir auf, dass der Look des Ballop Spider stark an die Wasserschuhe erinnert, die mittlerweile auch als eine Art Alternative zu Barfußschuhen verkauft werden.

Der Ballop Spider (hier in blau) zeignte sich beim Test als solider Barfußschuh.
Der Ballop Spider zeigte sich im Test als solider Barfußschuh, der sich auch abseits der Straße auf leichtem Terrain gut schlägt

Ist der Ballop Spider wirklich ein Barußschuh?

Mich interessierten also zunächst die Bauweise des Schuhs und die Frage, ob der Schuh die Kriterien eines Barfußschuhs eigentlich erfüllt. Mit anderen Worten: Ist der Spider wirklich ein Barfußschuh? Im Vorfeld hatte ich einige Kundenrezensionen bei Amazon gelesen, und dort war die Frage äußerst umstritten.

Mein Urteil: Ja, der Ballop Spider V2* ist ein Barfußschuh. Ohne genauer ins Detail gehen zu wollen erfüllt er im Großen und Ganzen alle Kriterien, die ein Barfußschuh erfüllen sollte.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, lässt sich der Spider in alle Richtungen verdrehen - so wie es sich für einen Barfußschuh gehört.
Der Spider ist wie für Barfußschuhe üblich sehr flexibel und biegsam.

Die Sohle ist relativ dünn und vor allem flexibel, sie lässt sich wunderbar beigen und drehen. Die Zehen haben viel Spielraum (Stichwort Zehenfreiheit). Und das Obermaterial ist sehr flexibel sodass der Fuß sich frei bewegen kann.

Außerdem spielt der Ballop mit 150 Gramm in der gleichen Gewichtsklasse mit, wie die Barfußschuhe von teureren Herstellern.

Einlegesohle ist der Schwachpunkt

Einen Schwachpunkt in puncto Barfuß-Konstruktion gibt es allerdings: Die Einlegesohle ist an der Ferse höher als im Vorfußbereich (ich schätze ca. 3 Millimeter).

Dadurch hat der Schuh zwar ein minimale aber doch wie ich finde spürbare Sprengung. Das barfußähnliche Laufgefühl (und der damit verbundene Laufstil über den Vorderfuß) kann dadurch minimal beeinflusst werden.

Auflösen lässt sich dieser Schwachpunkt, indem man die Einlegesohle einfach herausnimmt. Fortgeschrittene in Sachen Barfußschuhe würden dies so oder so tun, um das Barfuß-Feeling zu verstärken.

Anfängern in Sachen Barfußschuhe würde ich dies aber nicht empfehlen. Sie sollten die Einlegesohle durchaus als minimalen Stoßdämpfer nutzen, bis sich die Muskeln, Sehnen und Bänder an das ungewohnte Laufen in so minimalen Schuhen gewöhnt haben.

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(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 21:26 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Wie intensiv ist das Barfußgefühl?

Aus meiner Sicht kann der Ballop Spider in Sachen Barfußgefühl mit den teuren Modellen mithalten. Beim Laufen merkt man deutlich, dass Muskeln und Sehnen ähnlich wie beim Barfußlaufen gefordert werden.

Der Kontakt zum Boden ist zwar nicht gefühls-echt (das ist er bei keinem Barfußschuh), aber intensiv, sodass die Fußrezeptoren reichlich Signale über die Bodenbeschaffenheit an das Nervenzentrum senden können.

Tipp: Wie bereits erwähnt, kann das Barfußgefühl intensiviert werden, indem man die Einlegesohle herausnimmt.

Wie ist der Tragekomfort?

Der Ballop Spider* fühlt insgesamt sich beim Tragen angenehm leicht und weich an. Ich hatte fast das Gefühl, als ob ich Socken anhätte, so geschmeidig war das Tragegefühl oftmals.

Einige Käufer beschrieben bei den Amazon-Rezensionen, dass sie mit Schweißfüßen Problem hatten. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Trotz des Neoprenartigen Obermaterials funktionierte der Luftaustausch bei mir sehr gut.

Füße schwimmen etwas im Schuh

Einziger Wermutstropfen in puncto Tragekomfort ist für mich die fehlende Schnürung. Der Ballop Spider sitzt einfach nicht so fest am Fuß, wie ein Schnürschuh.

Besonders bei schnellen Bewegungen, zum Beispiel bei schnellen Richtungswechseln beim Fitnesstraining, rutscht man dadurch etwas im Schuh.

Ich persönlich brauche beim Sport einfach das Gefühl, einen fest sitzenden Schuh zu haben. Für alle, denen das genauso geht und trotzdem auf Ballop Barfußschuhe schielen, empfehle ich die Ballops mit Klettverschluss.

Ohne es selbst getestet zu haben kann ich mir gut vorstellen, dass der zusätzliche Riemen über dem Fußrücken bedeutend mehr Halt sorgt.


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Wie sieht es mit der Qualität des Spider aus?

Kenne Sie das: Sie fühlen einen Stoff und wissen sofort, der kann nicht teuer sein, ohne es erklären zu können. Genauso ging es mir beim Ballop Spider V2. Sobald man dann das Schild Made in China liest, verstärken die geballten Vorurteile noch dieses Gefühl.

Allein der beißende Geruch beim Auspacken verrät bereits: Hier ist eine Menge Chemie am Werk. (der Geruch verliert sich aber nach ein bis zwei Wochen).

Bei genauerer Betrachtung muss man aber sagen, dass das Material für diesen Preis schon in Ordnung ist. So ist das Obermaterial ist aus einem neoprenartigen Gewebe, die Sohle aus Kunststoff. Letzter wirkt durchaus robust und scheint auch etwas auszuhalten. Bislang hatte ich jedenfalls keine übermäßigen Verschleißerscheinungen zu beanstanden.

Auch die Verarbeitung wirkt nicht optimal aber im Rahmen. So sind die Nähte an der Sohle einfach gehalten. Außerdem sieht man deutliche Klebespuren bei der Verbindung zwischen Obermaterial und Sohle.

Für welche Aktivitäten eignet sich der Ballop Spider?

Aus meiner Sicht ist der Ballop Spider* ein Multitasking-Barfußschuh. Während der Testphase hat sich der Spider bei vielen Gelegenheiten gut gehalten.

Als Laufschuh eignet er sich für mich, solange es geradeaus geht und man nicht ständig über Pfützen oder Stöcke hüpfen muss. Für letzteres bräuchte ich etwas mehr Haltgefühl im Schuh, und das kann mir der Spider leider nicht geben.

(Letzte Aktualisierung am 28.08.2018 um 21:06 Uhr / * = Affiliate-Links / Bilder-Quelle: Amazon-Partnerprogramm)

Ob ich den Spider während der Testphase als Freizeitschuh getragen habe, hing von der Situation ab. Denn das Design des Schuhs ist schon sehr schrill (ich hatte mir in blau ausgesucht) und passt für mich nicht zur Abendgarderobe oder zum Sonntagsspaziergang mit der Familie.

Für einen kurzen Trip mit meinem Sohn zum Spielplatz oder einen schnellen Einkauf im  Supermarkt fand ich den Schuh super. Schnell reingeschlüpft und losgings.

Übrigens: Insgesamt ist der Grip sowohl In- als auch Outdoor gut. Nur bei Nässe hatte ich nicht so ein gutes Gefühl, sobald das Gelände weich und uneben war (z.B. Wiese oder Steilhang). Ich bin zwar nie wirklich weggerutscht, so ganz sicher fühlte sich der Halt trotzdem nicht an.

Für wen eignet sich der Schuh – und für wen nicht?

Aus meiner Sicht eignet sich der Ballop Spider für alle, die Barfußschuhe gerne mal austesten möchten und dafür nicht gleich 80 oder mehr Euro ausgeben möchten.

Außerdem ist der Spider auch für Menschen interessant, die nur ab und zu mal in den Genuss des Barfußlaufens in Schuhen kommen möchten.

Zum Beispiel kann man den Spider wunderbar als Fußtrainer für kurze Laufeinheiten über die Wiese benutzen. Denn was viele nicht wissen: Um die Fußmuskeln zu trainieren, muss man nicht zum 24-Stunden-Barfußschuh-Läufer werden.

Der Ballop Spider ist das ideale Trainingsgerät, um die Fußmuskeln zum Beispiel beim Joggen über die Wiese intensiv zu trainieren.
Der Ballop Spider ist das ideale Trainingsgerät, um die Fußmuskeln zum Beispiel beim Joggen über die Wiese intensiv zu trainieren.

Bereits zwei bis dreimal die Woche eine halbe Stunde mit einem Barfußschuh gehen oder laufen reicht schon aus, um die Fußmuskeln adäquat zu stärken und seine Laufbewegung zu stabilisieren.

Teurere Modelle haben deutlich mehr Qualität

All diejenigen, die mehr Barfußfeeling im Schuh wünschen, würde ich den Ballop nicht empfehlen. Für den täglichen Gebrauch reicht mir der Schuh nicht aus.

Das Gesamtpaket anderer Barfußschuhe-Hersteller fühlt sich für mich besser an, auch wenn diese teurer sind. Angefangen beim Barfußgefühl bis hin zu den verwendeten Materialien und der Verarbeitung: Barfußschuhe von Merrell,  Vivobarefoot, Sole Runner, Leguano und Co. bestechen meiner Ansicht nach deutlich spürbar durch mehr Qualität.

Welche Marken würde ich anstatt des Ballop Spider empfehlen?

Ein ähnliches Modell ist zum Beispiel der Leguano Classic oder Primera. Bei beiden Modellen handelt es sich um eine Art Socke, an die eine robuste und stabile Sohle genäht ist.

Ob man den Leguano Classic trägt oder Ballop Spider macht optisch für mich keinen großen Unterschied. Beide fallen irgendwie aus dem Rahmen.

In Sachen Tragegefühl und Qualität überzeugt mich der Legunao jedenfalls mehr, dafür kostet er fast das Doppelte.

Günstige Wasserschuhe als Alternative zu Ballop

Es geht aber auch noch günstiger als bei Ballop. Wie bereits erwähnt, sind Ballops bezüglich des Designs und der Machart angelehnt an die die Wasser- und Aquaschuhe*, die mittlerweile als Barfußschuh-Alternativen angepriesen werden.

Ich habe mir einige Schuhe aus dieser Sparte angeschaut und dabei Modelle entdeckt, die auf den ersten Blick dem Spider verblüffend ähnlich sehen. Konkret handelt es sich um die Wasserschuhe von Saguaro*und Sixspace*.

Der Clou: Beide Modelle kosten weniger als die Hälfte der Ballop-Schuhe. Inwieweit optischer Eindruck und gefühlte Realität allerdings übereinstimmen, ob die Schuhe also wirklich mit den Ballops vergleichbar sind, kann ich Stand heute nicht sagen.

Mein Test-Fazit zum Ballop Spider V2

Der Ballop Spider V2* ist aus meiner Sicht ein solider Barfußschuh für alle, die Barfußschuhe ausprobieren möchten oder nur gelegentlich mit Barfußschuhen laufen und deshalb nicht zu tief in die Tasche greifen möchten.

In Sachen Barfußgefühl und Tragekomfort kann er mit anderen Barfußschuhen mithalten. Bei der Qualität muss man allerdings im Vergleich zu teureren Marken Einbußen hinnehmen. Entsprechend günstiger ist der Schuh.

Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung.

Ballop Spider V2 - Testergebnis

7.1

Barfußgefühl

9.0/10

Verwendete Materialien

5.0/10

Tragekomfort

9.0/10

Preis-Leistung

7.5/10

Verarbeitung

5.0/10

Vorteile

  • gutes Barfußgefühl
  • preiswert
  • praktisch an- und auszuziehen
  • vielseitig einsetzbar

Nachteile

  • Einlage mit Sprengung
  • Qualität
  • sitzt etwas locker
  • verwirrende Größenangaben
  • Im Zehenbereich nicht weit geschnitten