Vergleichsstudie mit Kindern: Barfußgehen besser als Schuhe tragen

Dirk EichenlaubVeröffentlicht von

Viele Eltern fühlen sich unsicher, ob häufiges Barfußgehen tatsächlich so gut für ihre Kinder ist. Dass diese Bedenken unbegründet sind, darauf deutet eine Vergleichsstudie von Wissenschaftlern aus Deutschland und Südafrika hin, die im weltweit renommierten Wissenschaftsjournal nature veröffentlicht wurde.

Am Meer: Zwei Kinder rennen lachend und barfuß über den Strand. Im Hintergrund gehen die Eltern spazieren.
Eine Studie zeigt: Kinder sollten so häufig wie möglich barfuß gehen – nicht nur am Strand. Aber auch Erwachsene profitieren davon, die Schuhe häufiger mal auszuziehen.

Gemeinsam untersuchten die Forscher mehr als 1000 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren aus Südafrika und Deutschland. Bei den südafrikanischen Kindern ist das Barfußgehen sehr verbreitet, unabhängig vom sozialen Status. Deutsche Kinder sind hingegen meist mit Schuhen unterwegs.

Die Forscher testen die motorischen Leistungen beim Balancieren, Springen und Laufen und vermaßen die Füße aller teilnehmenden Kindern und Jugendlichen.

Ergebnis: Die Barfußkinder aus Südafrika neigen im Schnitt weniger zu Plattfüßen, balancieren sicherer und springen weiter. Nur beim Sprinten zeigten die deutschen Kinder und Jugendliche im Schnitt bessere Leistungen.

„Besonders bei Kindern ist vermehrtes Gehen und Laufen ohne Schuhe zu empfehlen.“

Dr. Karsten Hollander, einer der federführenden Forscher der Studie, schlussfolgert: „Ob man barfuß aufwächst, hat großen Einfluss auf die Fußentwicklung, das Gangbild und die körperliche Leistungsfähigkeit.“

In der TAZ gab er den Rat: „Besonders bei Kindern ist vermehrtes Gehen und Laufen ohne Schuhe zu empfehlen.“

Auch Erwachsene profitieren vom Barfußgehen – Umstieg mit Barfußschuhen

Aber auch Erwachsene könnten sehr von den Vorteilen des Barfußgehens profitieren. Denn auch im höheren Alter würden sich Gleichgewicht, Gangbild und Laufökonomie durch häufiges Barfußgehen verbessern.

Laut Hollander sei ein abrupter radikaler Umstieg aufs Barfußgehen allerdings nicht ratsam. „Die ungewohnte Belastung kann zu Verletzungen führen. „Schon ein Drittel der Zeit auf Schuhe zu verzichten, zeigt positive Effekte“, so Hollander in der TAZ.

Als Brücke für den Umstieg empfiehlt er Barfußschuhe. Vor allem, wenn man beim Barfußgehen Angst vor Verletzungen durch Scherben & Co. habe.

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