Schienbeinkanten-Syndrom


Im Gegensatz zu Zerrungen oder Bänderrissen gehört das Schienbeinkantensyndrom nicht gerade zu den bekanntesten Verletzungen – aber zu den fünf häufigsten. Gerade Läufer sind häufig davon betroffen. Das Schienbeinkantensyndrom, auch mediales Tibiakantensyndrom oder umgangssprachlich „shin splints“ genannt, tritt besonders oft nach sportlicher Aktivität auf. Es handelt sich um eine Überreizung der Knochenhaut an der inneren oder vorderen Schienbeinkante.

Dem Schienbeinkanten-Syndrom vorbeugen

Gerade weil es zu den häufigsten Verletzungen gehört, sollte man dem Schienbeinkanten-Syndrom wirksam vorbeugen. Zu den Ursachen für das Schienbeinkanten-Syndrom gehören unter anderem eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität, Wechsel auf einen harten Laufuntergrund, muskuläre Dysbalancen, falsche Laufschuhe, fehlerhafte Lauftechnik oder zu ausgeprägtes Laufen auf dem Vorfuß.

Um dem Schienbeinkanten-Syndrom vorzubeugen, sollte man seine Trainingsintensität um maximal zehn Prozent pro Woche steigern. Bislang wurde auch das Dehnen der Wadenmuskeln empfohlen, was sich jedoch nicht als vorbeugend erwiesen hat. Stattdessen raten Experten inzwischen häufiger zum Taping des Unterschenkels mit Kinesio-Tape oder funktionellem Tape.

Wer öfter am Schienbeinkanten-Syndrom leidet, kann auf eine Sprunggelenksbandage zurückgreifen. So wird der Knöchel stabilisiert, was letztlich den Schienbeinmuskel entlastet.

An diesen Symptomen erkennt man das Schienbeinkanten-Syndrom

Beim Schienbeinkanten-Syndrom handelt es sich um eine Überreizung der Knochenhaut. Typische Symptome sind Schmerzen an der Innenfläche des Schienbeins. Dort beginnen die langen Fußmuskeln. Sind diese überlastet, kommt es zur schmerzhaften Reizung der Knochenhaut. Die Schmerzen treten häufig zu Beginn der Belastung und dann erst wieder zum Ende der Belastung auf. Weitere Symptome des Schienbeinkanten-Syndroms sind Druckempfindlichkeit der Schienbein-Innenfläche sowie Schmerzen beim Strecken des Fußes.

Schienbeinkanten-Syndrom: Diagnose und Behandlung

Bei der Diagnose des Schienbeinkanten-Syndroms setzt der Arzt üblicherweise auf ein Gespräch mit dem Patienten sowie eine körperliche Untersuchung. Die Schmerzen bei Druck auf die Schienbein-Innenfläche sind so typisch für das Schienbeinkanten-Syndrom, dass sie sehr hilfreich bei der Diagnose sind. Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder eine Kernspintomografie sind bei der Diagnose des Schienbeinkanten-Syndroms nicht nötig. Sie helfen lediglich, eine Stressfraktur des Schienbeins auszuschließen und werden auch nur dann angeordnet, wenn diese Möglichkeit besteht.

Die Behandlung des Schienbeinkanten-Syndroms sieht in der akuten Phase eine Trainingspause von ein bis zwei Wochen vor – je nach Intensität der Knochenhautreizung. Kühlende Umschläge mit Eis bzw. Kühlpackungen* und entzündungshemmende Salben* können helfen, die Heilung zu beschleunigen.

Auch pflanzliche oder homöopathische Mittel wie Arnica* oder Rhus toxicodendron* können die Heilung unterstützen.

Ist das Schienbeinkanten-Syndrom bereits chronisch, kann auch eine Behandlung mit Wärme sinnvoll sein: Vor als auch nach dem Training können Läufer feuchte Hitzeanwendungen durchführen. Geeignet dafür ist eine Wärmflasche, die in ein feuchtes Handtuch gewickelt. Das fördert die Durchblutung des Muskels.

Sport treiben nach einem Schienbeinkanten-Syndrom

Wer nach den Schienbeinkanten-Syndrom wieder mit Sport beginnen möchte, sollte das Training langsam und stufenweise steigern. Der Wiedereinstieg solle erst dann erfolgen, wenn bei Belastung des Schienbeins keine Schmerzen bestehen und der Schmerz bei Druck auf die Schienbein-Innenfläche nicht mehr auftritt.

Gerade zu Beginn sollte auf weichem Untergrund gelaufen werden. Später kann ein häufiger Wechsel des Untergrunds helfen, künftig ein Schienbeinkanten-Syndrom zu vermeiden – da der Muskel durch die Wechsel gestärkt wird.

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